Eine Chance
Ihr habt euch also für Schwarz-Gelb entschieden. Damit setzt ihr auch in der größten Finanz- und Wirtschaftskrise seit 80 Jahren auf Marktliberalismus, entscheidet euch für den Ausbau der Atomkraft, obwohl die Frage der Endlagerung heute so ungeklärt ist wie noch nie, für eine Medien- und Netzpolitik, die Bürgerrechte einschränkt und veraltete Verwertungssysteme fördert. Verspürte ich anfangs in Anbetracht dieser Tatsache noch überwiegend Wut, Unverständnis und Resignation, so bin ich mittlerweile zu einer anderen Ansicht gekommen: Diese Legislaturperiode kann auch eine Chance sein.
Eine Chance für die Opposition, insbesondere die SPD, aus der zweiten Regierungszeit Angela Merkels gestärkt hervorzugehen und das Blatt am Ende zu wenden. Dazu brauchen die Sozialdemokraten jedoch radikale Veränderungen: Eine neues Führungsteam, deutliche Abgrenzung von der CDU, ein klares Verhältnis zur Linken. Nur wenn die Agenda-2010-Reformer ihre Fehler endlich einsehen, kann die SPD irgendwann einmal wieder zu dem zurückfinden, was sie einst war: Eine Volkspartei.
Ob wir dann wieder von Rot-Grün, Rot-Rot-Grün oder sogar einer Koalition mit den Piraten regiert werden, wird sich zeigen.






Robin
tut mir leid..ich konnts nicht verhindern!
S. Hlgk.
Eine Koalition mit den Piraten? Die Anwesenheit dieser -/- im deutschen Parlament möge verhindert werden!
S. Hlgk
Findet die SPD nicht gerade durch Beharren auf die Agenda 2010 (“Die Stones”) wenigstens zur ansatzweisen alten Größe der Sozialdemokratie zurück?
Florian
@S. Hlgk: In meinem Politikverständnis ist die Agenda 2010 gleichzusetzen mit rigorosem Sozialabbau, womit sich die SPD auf ihrem Stammgebiet selbst abgesägt hat. Für mich ist sie jedenfalls keine soziale Partei mehr, das zeigt sich auch immer wieder an ihrem Verhalten in der Opposition. Der “neue” Führungskader ändert daran auch nichts.